V E R B R AU C H E RSC H U TZ als vernachlässigbar angesehen wird. In Man- deldrinks hingegen wurde vom BfR in 23 von 24 Proben Aflatoxin B1 nachgewiesen. Das BfR schlussfolgert, dass bei regelmäßigem Verzehr von Mandeldrinks mit diesen Stoffen gesund- heitliche Beeinträchtigungen bei Kindern mit einer mittleren Wahrscheinlichkeit auftreten können. Bei Haferdrinks wurden in 33 von 37 Proben Deoxynivalenol und in 29 Proben die Fusarien- toxine T-2 und HT-2 nachgewiesen. Das BfR kommt zu dem Schluss, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen bei Kindern unwahrschein- lich sind, sowohl bei kurzfristigem als auch bei langfristigem Verzehr. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass andere Haferprodukte eben- falls diese Toxine enthalten können, was die Ge- samtaufnahme und das Risiko erhöhen könnte. Das BfR betont, dass die erhobenen Daten noch nicht repräsentativ sind und nur einen ersten Einblick in die Mykotoxingehalte in Pflanzen- drinks bieten. In Hamburg nur Spuren von Schimmelpilzgift nachgewiesen für die Rohwaren. Das HU hatte bereits 2023 mit Untersuchungen von Pflanzendrinks auf Mykotoxine begonnen Um Informationen darüber zu bekommen, wie sich die Verwendung belasteter Rohware auf die und 2024 neben den Endprodukten wie Hafer- drinks zum Teil auch die Rohware Hafermehl Mykotoxin-Konzentrationen in den Drinks aus- wirken, wurde für drei Proben Haferdrink gleich- analysiert. Insgesamt wurden in den beiden Jah- ren 58 Pflanzendrinks (Mandel, Hafer, Soja, Reis, zeitig auch die Rohware Hafer im Erzeugerbe- Erbse, Cashew, Haselnuss) untersucht. Hierbei trieb beprobt und parallel im HU analysiert. Bei zwei Rohwaren wurden sehr geringe Spuren von wurden keine auffälligen Gehalte an Schimmel- pilzgiften festgestellt, es waren jedoch in fünf HT-2 nachgewiesen, im Endprodukt Haferdrink Proben Spuren von Mykotoxinen nachweisbar: war dann nichts mehr nachweisbar. Die dritte Probe Hafer enthielt jedoch in Summe 20 µg/kg Zwei Proben Sojadrink wiesen Spuren des To- xins Ochratoxin A auf. In einer Probe Haferdrink HT-2/T-2-Toxin. Im entsprechenden Haferdrink wurde HT-2 nachgewiesen und in zwei Proben (mit 12 Prozent Rohhaferanteil) wurden noch etwa 2 µg/kg gefunden. Dies gibt einen Hinweis Mandeldrink Aflatoxin B1. Wenn man die er- darauf, dass Mykotoxine der Rohware in das Er- mittelten Gehalte der Pflanzendrinks auf die ursprünglichen Gehalte der Rohwaren (Mandel, zeugnis übergehen, eine Aufkonzentrierung der Hafer, Soja) hochrechnet, so liegen diese deut- Mykotoxine wurde hier erfreulicherweise nicht beobachtet. lich unterhalb der gesetzlichen Höchstgehalte Datenlage noch nicht ausreichend Um die gesundheitlichen Risiken für die Bevöl- kerung besser einschätzen zu können, sind laut BfR weitere Untersuchungen erforderlich, die den Markt umfassend abdecken. Zudem sollen in den amtlichen Laboren empfindlichere Analy- semethoden eingesetzt werden, um genaue und verlässliche Daten zu den Mykotoxingehalten in Pflanzendrinks zu erhalten. Nur so kann eine fundierte Grundlage für die Risikobewertung und das Risikomanagement geschaffen wer- den, um die Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbraucher zu schützen. Daher wurde im HU die Methode für die Gruppe der Aflatoxine im Herbst 2024 erfolgreich optimiert und die Nachweisempfindlichkeit um den Faktor 20 ab- gesenkt. Fortlaufende Analysen im HU sollen zukünftig dazu dienen, die Datenlage für die be- liebte Lebensmittelgruppe der Pflanzendrinks kontinuierlich zu verbessern. Weiterführende Informationen • Mykotoxine in Pflanzendrinks: mehr Daten erforderlich - Relevanz der Ergebnisse einer Studie des Max Rubner-Institutes für die Risikobewertung, veröffentlicht beim Bundesinstitut für Risikobewertung Institut für Hygiene und Umwelt - Jahresbericht 2024 21