
8 blickpunkt personal Personalmanagementbericht 2010 Personalbericht 2010 Band 2: Personalmanagementbericht 8 D.2.2. Gesundheitscoaching als Instrument der Betrieblichen Gesundheitsförderung Das im letzten Personalmanagementbericht vorgestellte Projekt Gesundheitscoaching kann auf ein erfolgreiches erstes Jahr zurückblicken: Fast 500 Beschäftigte haben im Jahr 2009 dieses neue An- gebot der betrieblichen Gesundheitsförderung wahrgenommen. Neun Asklepios-Rückkehrende mit bewegungstherapeutischer, pflegerischer oder pädagogischer Ausbildung konnten für die Mitarbeit gewonnen und als Gesundheitscoaches weitergebildet werden. Das Projekt ist beim Arbeitsmedizi- nischen Dienst (AMD) angebunden und zunächst bis Ende 2010 terminiert. Beim Gesundheitscoaching werden Beschäftigte, die ihr gesundheitsrelevantes Verhalten ändern wollen, fachkompetent beraten und durch Einzel- oder Gruppencoachings begleitet. Sie werden da- bei unterstützt, individuelle Handlungsmöglichkeiten und Ressourcen zu erkennen und damit ihre Gesundheit aktiv zu stärken, um die Herausforderungen in ihrer Lebens- und Arbeitswelt gesund- heitsbewusst zu bewältigen. Das maßgeschneiderte Vorgehen ermöglicht eine langfristige und nachhaltige Veränderung des Verhaltens. Die Gespräche und Maßnahmen (Ohrakupunktur und Entspannungstechniken wie Progressive Muskelentspannung und Autogenes Training) finden wäh- rend der Arbeitszeit statt; die Teilnahme ist freiwillig. Die Gesundheitscoaches unterliegen – genau wie die anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Arbeitsmedizinischen Dienstes – der Schwei- gepflicht. Während der Laufzeit als Projekt entstehen weder den Beschäftigten noch den beteiligten Behörden hierfür Kosten. Mit sechs Dienststellen (zwei Bezirksämtern, zwei Justizvollzugsanstalten, dem Einwohner- Zentralamt sowie dem Zentrum für Personaldienste) wurden im Jahr 2009 Kontrakte mit Laufzeiten zwischen sechs und zwölf Monaten geschlossen. In die Kontraktverhandlungen waren die für Gesundheitsförderung zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort, die Betriebsärzte des AMD, die Leitungsebene, sonstige Führungskräfte sowie die Personal- und Schwerbehindertenver- tretungen einbezogen. Elf Prozent der bei den Kontraktpartnern Beschäftigten nutzten die Angebote der Gesundheitscoaches. Darüber hinaus nahmen fast 40 Beschäftigte eines weiteren Bezirksamtes außerhalb eines Kontraktes an Maßnahmen teil; mit fünf Beschäftigten aus verschiedenen Berei- chen der Hamburger Verwaltung wurden Gespräche im Rahmen des Betrieblichen Eingliederungs- managements geführt. Das Interesse der Behörden und Ämter am Gesundheitscoaching ist groß. So haben zwei Dienst- stellen den Kontrakt über die geplante Laufzeit hinaus um zwölf Monate verlängert. Anfang 2010 hat ein drittes Bezirksamt einen Kontrakt für das gesamte Jahr geschlossen. Aufgrund der beschränkten personellen Ressourcen des Projektes konnten bislang nicht mit allen interessierten Dienststellen Kontrakte geschlossen werden. Seit Beginn der Coachingmaßnahmen werden diese evaluiert. Hierzu werden die Klientinnen und Klienten zu verschiedenen Zeitpunkten schriftlich befragt. Die Ergebnisse fließen – im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses – unmittelbar in das Projekt ein. Das ursprüngliche Kon- zept konnte so um kundenorientierte, bedarfsgerechte Angebote wie beispielsweise Ernährungs- coaching, Verhaltensprävention am Arbeitsplatz sowie Teamcoaching zu arbeitsrelevanten Themen erweitert werden.