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Blickpunkt Personal: Personalbericht 2010 (Band 2)

74 blickpunkt personal Personalmanagementbericht 2010 Personalbericht 2010 Band 2: Personalmanagementbericht 74 auf der Grundlage der vorausschauenden Meldungen der Behörden und Ämter die tatsächliche Nachfrage nach Nachwuchskräften nicht befriedigt werden könnte. Auch die BSU bildet mehr Nachwuchskräfte aus, als von den Behörden, Ämtern und Landesbetrie- ben gemeldet werden. Wiederum kam es in dieser Planungsrunde nur zu äußerst zögerlichen Mel- dungen, selbst von den Bereichen, die in der Vergangenheit stets auf die ausgebildeten technischen Nachwuchskräfte der BSU zurückgegriffen haben. Im Gegensatz zur allgemeinen Verwaltung hat die BSU beschlossen, daher zukünftig auf den Abschluss von Kontrakten zu verzichten. Als problematisch wird eine Entwicklung im Bereich der sozialen Berufe angesehen. Während in Fachämtern von einem Anstieg der Personalbedarfe bei Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen ausgegangen wird, zeichnet sich im Ausbildungsbereich eine Einschränkung der Studienplätze ab. So beabsichtigen die HaW und die Leuphana Universität Lüneburg ihr Ausbildungsangebot zu redu- zieren. Statt einer Einschränkung wäre zur Kompensation eine Ausweitung der Studienplätze an der HaW und ggf. dem Rauhen Haus erforderlich. Ansonsten ist zu befürchten, dass der Bedarf an So- zialpädagogen/-innen in Hamburg in eine Mangelsituation hineinläuft. In dieser Darstellung sind die Bedarfe der Freien Träger noch nicht berücksichtigt, demzufolge ist eher von zusätzlichen künftigen Personalunterdeckungen auszugehen. Die Modellrechnung des Basisdatenausschusses zur Bevöl- kerungsentwicklung belegt durch die Zunahme der älteren Bevölkerung eine steigende Tendenz der Hauptbedarfsträgergruppen. Weiterhin ist eine große Zurückhaltung bei der prognostizierten Aufgabenentwicklung und beim Ra- tionalisierungspotenzial durch IT zu erkennen. Die innovativen Veränderungen, die auch in den kommenden Jahren zu erwarten sind, machen sich nicht in geringeren Personalbedarfen bemerk- bar. Vermutlich führen die Entwicklungen im IT-Bereich eher zu einer Veränderung im Zuschnitt der Aufgaben, in einer verbesserten Qualität der Arbeiten und geringerer Fehleranfälligkeiten. Um Personalbedarfe ausgleichen zu können, wären u.a. auch Maßnahmen zur Beeinflussung des Beschäftigungsumfangs möglich (z.B. Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Be- ruf). Auch hier von wird in der Planung eher kein Gebrauch gemacht. Dabei zeigt sich in der rückläu- figen Entwicklung des Beschäftigungsumfanges der vergangenen Jahre eine Möglichkeit, Personal- bedarfe durch eine entsprechende Anpassung vorhandener Arbeitszeitpotenziale auszugleichen. D.6.4. Fazit Personalbedarfsplanung ist eine der wichtigsten Grundlagen für ein vorausschauendes Personal- management. Zwar mögen die Unwägbarkeiten bei einem längeren Betrachtungszeitraum Zweifel an der Planung aufkommen lassen, so bestätigt sich dennoch mehr und mehr ihre Relevanz in An- betracht der hohen Altersabgänge in der hamburgischen Verwaltung. Bei einigen Berufsgruppen wie Lehrkräfte an staatlichen Schulen und technischen Berufen ist ein Verzicht auf die PBP nicht mehr vorstellbar. In anderen Bereichen wie den sozialen Berufen offenbaren sich Handlungsbedarfe, die ohne PBP nicht erkannt worden wären. Häufig wird der mit der PBP verbundene Aufwand noch als zu hoch empfunden und eine jährlich aktualisierte Planung als nicht erforderlich. Gerade 2009 erwies sich allerdings als ein Jahr mit wirt-