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Blickpunkt Personal: Personalbericht 2010 (Band 2)

73 blickpunkt personal Personalmanagementbericht 2010 Personalbericht 2010 Band 2: Personalmanagementbericht 73 leren Dienst sich inzwischen stark an die veränderten Aufgabenanforderungen angepasst haben. Am Beispiel der allgemeine Verwaltung und der Steuerverwaltung lässt sich dies veranschaulichen: In beiden Bereichen ist eine wesentliche Aufgabe die Auslegung und Anwendung von Rechtsvor- schriften und die Beratung. In der Ausbildung wird deshalb besonderer Wert gerade auf rechtliche Vorgaben und ihre Umsetzung gelegt. Automatisierung mag die Arbeit erleichtern, zeitlich beschleu- nigen und Fehleranfälligkeit verringern, nicht jedoch die Aufgabe an sich ersetzen. Zunehmend wer- den von den Beschäftigten im mittleren Dienst auch Entscheidungen verlangt. Die hohen Anforde- rungen, die bereits in der Ausbildung von den Nachwuchskräften des mittleren Dienstes verlangt werden, erschweren die Suche nach geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern. Die Planungen im Rahmen der PBP bestätigen, dass im allgemeinen Verwaltungsdienst nur von einem mäßigen Rückgang im Bereich des mittleren Dienstes von gut 1 % innerhalb des Prognosezeitraums ausge- gangen wird, der nicht auf Rationalisierungen, sondern Zusammenfassung von Arbeitsbereichen und Einsparverpflichtungen beruht. Auch die Steuerverwaltung rechnet nicht mit einem nennenswer- ten Rückgang des Bedarfs an Beschäftigten im mittleren Dienst. Besonderes Augenmerk im Rahmen der PBP richtet sich auf die Deckung von Personalbedarfen, wie sie in der Position 8 dargestellt wird. Um Personalbedarfe zu decken, kommen grundsätzlich drei verschiedene Möglichkeiten in Betracht: 1. Behörden und Ämter übernehmen Auszubildende bzw. Nachwuchskräfte, 2. sie nehmen externe Einstellungen vor oder 3. sie rekrutieren Personal aus an- deren Behörden und Ämtern. Die Absicht, Personal aus anderen Behörden und Ämtern zu rekrutie- ren, birgt neben vielen Vorteilen auch das Risiko, dass bei erfolgreichem Mobilitätsverlauf einige Behörden und Ämter mehr Personal intern abgeben, als sie intern rekrutieren können. Dies hätte zur Folge, dass ein nicht gedeckter Nettopersonalbedarf noch höher ausfiele als vorgesehen. Der Senat hatte am 7. April 2009 eine Ausbildungsoffensive zur Unterstützung der konjunkturellen Entwicklung beschlossen, die in der PBP berücksichtigt wurde. Externe Einstellungen wurden bis zum 1. Februar 2009 aufgrund des geregelten Einstellungsverfah- rens41 vor allem in den Bereichen als erforderlich angesehen, in denen die hamburgische Verwal- tung nicht selbst ausbildet. Dazu gehörten u.a. die sozialen Berufe. Folgende Entwicklungen sind als Ergebnis der diesjährigen Planung ersichtlich: Die aktuellen Planungsmatrizen zeigen, dass die Behörden und Ämter verstärkt externe Einstellun- gen planen, wenn sie davon ausgehen, dass der interne Arbeitsmarkt den Bedarf nicht mehr decken kann. Hier spielt die Aufhebung des geregelten Einstellungsverfahrens die wesentliche Rolle. Insbe- sondere für die technischen Berufe, bei denen häufig spezielle Kenntnisse erforderlich sind, planen die Behörden und Ämter ihre Personalbedarfsdeckung durch zusätzliche externe Einstellungen. Diese auf den externen Arbeitsmarkt bezogene Öffnungsnotwendigkeit gilt auch für die sozialen Be- rufe. Abgesehen von der Ausbildungsoffensive mit Vorgaben seitens des Senats zeigt sich, dass weiter- hin zurückhaltend in den Behörden und Ämtern mit der Nachfrage nach Nachwuchskräften verfahren wird. Im allgemeinen Verwaltungsdienst wird Jahr für Jahr mit höheren Ausbildungszahlen seitens des federführenden und für die Ausbildung zuständigen Personalamts - ZAF - gerechnet, da allein 41 Ausgenommen vom geregelten Einstellungsverfahren waren u.a. schwerbehinderte und ihnen gleichgestellte behinderte Menschen.