
72 blickpunkt personal Personalmanagementbericht 2010 Personalbericht 2010 Band 2: Personalmanagementbericht 72 Entwicklungen im eGovernment und in der IT Eine moderne Verwaltung wird heute durch die Potenziale moderner Informationstechnologie (IT) maßgeblich unterstützt. Die hamburgische Verwaltung ist durch den umfassenden Einsatz von eGovernment und IT sowie durch das Ausschöpfen immer größer werdender Potenziale moderner IT gekennzeichnet. Im Bereich Personal sind dabei zwei unterschiedliche Aspekte zu betrachten: einerseits die Auswirkungen auf Profile und Kompetenzen derjenigen, die Projekte durchführen, an- dererseits die Kompetenzen derjenigen, die Nutzer/Anwender/-innen neuer Verfahren und IT- gestützter Veränderungsprozesse sind. Obwohl eGovernment nicht allein auf kurzfristige Kostenreduzierungen verengt werden darf, ist es das Ziel jeglicher IT-unterstützter Organisationsentwicklung, Effizienzgewinne und Wirtschaftlichkeit zu realisieren. Um die zunehmend komplexer werdenden eGovernment-Projekte fach-, ämter-, be- hörden- und länderübergreifend steuern zu können, werden sowohl qualifizierte „Projektmanager“ als auch noch stärkeres Denken in vernetzten Strukturen sowie IT-Affinität bei den Führungsperso- nen der Fachbereiche der Behörden und Ämter benötigt. Darüber hinaus erfordert die effiziente Nut- zung von IT auch auf Sachbearbeitungsebene ein hohes Maß an IT-Affinität und die Bereitschaft, sich mit neuen IT-Anwendungen auseinanderzusetzen und deren sinnvolle Verwendung zu erlernen. Die Anforderungen an die Steuerung zunehmend komplexer Prozesse (initialisiert durch den Bund und die EU) werden weiter zunehmen. Die bisherigen Qualifizierungsanstrengungen – wie z.B. die auf drei Jahre angelegte IT-Qualifizierungsoffensive (2008-2010) – werden für die hamburgische Verwaltung fortzusetzen sein. Die steigenden Anforderungen an die (fachlichen) Qualifikationen werden langfristig auch durch ver- schiedene Bachelor- und Master-Abschlüsse gedeckt; die Konkurrenzsituation für den gehobenen und höheren Dienst steigt damit latent. Auswirkungen durch Einführung des Neuen Haushaltswesens Hamburg (NHH) Mit Einführung von NHH entwickelt sich das Hamburger Haushaltswesen insgesamt hin zu einer betriebswirtschaftlich orientierten Ressourcensteuerung. Hiermit sind tendenziell steigende fachliche Anforderungen verbunden. Diesen könnten aber Rationalisierungseffekte im Bereich der Mittelbe- wirtschaftung und Haushaltsplanung/-überwachung gegenüber stehen. Mit der Einführung des NHH wird es auch erforderlich, die Qualität der Buchhaltung sowie die Effizi- enz der Buchhaltungsorganisation zu optimieren. Mit dem Wechsel zur staatlichen Doppik wächst die Komplexität bei der Bearbeitung von Geschäftsvorgängen in der Buchhaltung. Dafür wird ent- sprechend qualifiziertes Personal im mittleren und im gehobenen Dienst benötigt. In Vorbereitung befinden sich zwei Qualifizierungslehrgänge, die zu einem Fortbildungsabschluss im Sinne von § 53 Berufsbildungsgesetz führen („Hamburger Finanzbuchhalterin“ bzw. „Hamburger Finanzbuchhalter“ und „Hamburger Bilanzbuchhalterin“ bzw. „Hamburger Bilanzbuchhalter“). Dem Mehrbedarf dürfte gegen Ende der mittelfristigen Periode ein Personalminderbedarf infolge der Effizienzsteigerung gegenüberstehen. Umstritten ist die Entwicklung der Beschäftigung im mittleren Dienst. Vielfach wird durch weitere Maßnahmen im Bereich von eGovernment und dem vermehrten Einsatz von IT ein Rückgang prog- nostiziert. Begründet wird dies hauptsächlich mit steigenden Anforderungen an die Beschäftigten im Verwaltungshandeln und damit einer Verlagerung der Tätigkeiten in den gehobenen Dienst. Aus Sicht der Ausbildungseinrichtungen wird darauf verwiesen, dass die Ausbildungsinhalte für den mitt-