
65 blickpunkt personal Personalmanagementbericht 2010Personalbericht 2010 Band 2: Personalmanagementbericht 65 D.6 Personalbedarfsplanung Demografische Veränderungen mit ihren Verschiebungen in der altersmäßigen Zusammensetzung der Bevölkerung sind bereits seit einigen Jahren erkennbar. Neue Modellrechnungen des Basisda- tenausschusses (BDA), die auf den Grundannahmen der 11. Koordinierte Bevölkerungsvoraussage (KBV) des Bundes und der Länder basieren, gehen davon aus, dass bis 2025 die Attraktivität Ham- burgs zu einem Anstieg der Bevölkerung insgesamt führt.38 Dabei wird die Zahl der über 65jährigen, aber vor allem die Zahl der über 80jährigen ansteigen. Auch innerhalb der Altersgruppe der erwerbs- fähigen Bevölkerung werden deutliche Veränderungen erwartet. So sinkt die Zahl der 25- bis unter 40jährigen, während in der Altersgruppe der 50- bis unter 65jährigen ein Anstieg erwartet wird. Die veränderte altersmäßige Zusammensetzung lässt sich auch in der Belegschaft der hamburgi- schen Verwaltung erkennen; inzwischen liegt das Durchschnittsalter bei 46 Jahren (siehe Personal- strukturbericht, S. 56). Immer mehr ältere Beschäftigte stehen immer weniger jüngeren Beschäftig- ten gegenüber. Dies stellt das Personalmanagement bereits seit geraumer Zeit vor neue Herausfor- derungen. So steht die PE vor der Aufgabe, nicht nur, aber besonders ihren älter werdenden Be- schäftigten Angebote zu unterbreiten, die sie in ihrer Beschäftigungsfähigkeit unterstützen. Über die Aktivitäten der hamburgischen Verwaltung in diesem Zusammenhang siehe Berichtsteil D.4 Demo- grafie. Durch die hohen altersbedingten Abgänge und die steigenden, anspruchsvoller werdenden perso- nalintensiven Aufgaben der Verwaltung entsteht ein hoher Bedarf an Nachwuchskräften und gut ausgebildetem Personal. Um den altersbedingten Veränderungen des Personalbestandes frühzeitig mit personalstrategischen Entscheidungen begegnen zu können, ist eine kontinuierliche in Zeitab- schnitten vorausschauende Personalbedarfsplanung (PBP) erforderlich – diese hat seit 2004 in die hamburgische Verwaltung Eingang gefunden. Ziel ist es dabei, die Handlungsfähigkeit der hambur- gischen Verwaltung zu sichern, indem die erforderliche Personalkapazität in quantitativer und insbe- sondere qualitativer Hinsicht zeitgerecht zur Verfügung steht. Nur durch Kenntnis der Entwicklungen im Personalbestand können Rekrutierungsmaßnahmen rechtzeitig unter der Maßgabe einer künfti- gen Deckung des Personalbedarfs und einer möglichst ausgeglichenen Altersstruktur (in der im Ide- alfall alle Altersgruppen gleichermaßen vertreten sind) eingeleitet werden. Nur so können kundenge- rechte staatliche Dienstleistungen in hoher Qualität angeboten und die optimale Erfüllung staatlicher Aufgaben gewährleistet werden. Besonderes Augenmerk ist auf die Bereiche zu richten, in denen die Rekrutierung von Arbeitskräften auf Probleme stoßen kann, etwa wenn spezielle Kenntnisse erforderlich sind und die öffentliche Verwaltung in Konkurrenz zu privaten Arbeitgebern steht. Konkurrenz besteht zum einen bei ausge- bildeten Arbeitskräften, zum anderen bei der Suche nach geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern für die eigene Ausbildung innerhalb der hamburgischen Verwaltung. Nicht nur im Nachwuchskräfte- bereich, sondern allgemein bei der Besetzung von Stellen gibt es bereits in einzelnen Bereichen Engpässe so bei den technischen Berufen und den Lehrkräften in bestimmten Fächern. Da die hamburgische Verwaltung ihre Nachwuchskräfte für den mittleren und gehobenen allgemei- nen Verwaltungsdienst entsprechend ihren Anforderungen selbst ausbildet bzw. im Rahmen eines 38 Bevölkerungsentwicklung in Hamburg, Senatsdrucksache Nr. 2009/02374