
63 blickpunkt personal Personalmanagementbericht 2010 Personalbericht 2010 Band 2: Personalmanagementbericht 63 Schulung von Bediensteten in publikumsintensiven Bereichen Es ist vorgesehen, auch die Bediensteten im Vollstreckungsbereich, in den Informations- und Annahmestellen und in den Neugründungsstellen, aber auch Bedienstete in anderen publi- kumsintensiveren und ausbildenden Bereichen der Hamburger Steuerverwaltung im Hinblick auf den „Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen“ fortzubilden. D.5.2. Fazit Die Behördenübersicht hat gezeigt, dass die Auseinandersetzung mit der Interkulturellen Öffnung der hamburgischen Verwaltung Fahrt aufnimmt. Vor allem die Dachkampagne „Wir sind Hamburg! Bist du dabei?“ hat durch ihren Netzwerkcharakter erheblich dazu beigetragen. Der Kampagnencha- rakter mit Großveranstaltungen und Medienpräsenz trägt ein Übriges dazu bei, dass das Thema über die Ausbildung hinaus stetig an Bedeutung gewinnt. Auch die Fortbildungseinrichtungen der hamburgischen Verwaltung sind hier Vorreiter. Dennoch muss der eingeschlagene Weg konsequent weiter gegangen werden: Durch die konsequente Verfolgung eines Zielwertes bei der Ausbildung werden sich langfristig auch die Anteile von Personen mit Migrationshintergrund an den Beschäftigten erhöhen. Dies wird allerdings allein nicht ausreichen, so dass analog zum Nachwuchskräftebereich die For- mulierung von Zielwerten für die Einstellungen bei allen Personalbesetzungsverfahren vorbe- reitet wird. Die Dachkampagne, die im Ausbildungsbereich mittlerweile im vierten Jahr offensiv betrieben wird, transportiert zudem über die eigentliche Zielgruppe hinaus die Botschaft, dass die Verwaltung für Menschen mit Migrationshintergrund offen steht. Heute kann durch die Dachkampagne und gemeinsam verabredete Standards und Controllinginstrumente besser als früher eingeschätzt werden, wer sich in der hamburgischen Verwaltung um einen Ausbildungsplatz bewirbt und welche Instrumente des Auswahlprozes- ses ausschließende Wirkungen haben können. Für die übrigen Auswahlprozesse liegen dage- gen nur wenige Erkenntnisse darüber vor. Aus den Erfahrungen mit der Dachkampagne weiß die Verwaltung heute, dass zur Gewinnung von Nachwuchskräften mit Migrationshintergrund neue/andere Wege eingeschlagen werden müssen: Da es wenig Vorbilder für diesen Personenkreis gibt, kaum Verwandte und Bekannte, die in der Verwaltung arbeiten, gibt es auch noch keine „Trampelpfade“, denen eine Bewerbe- rin oder Bewerber folgen könnte. Diese Erfahrungen sind nicht ohne Weiteres auf das Perso- nalmarketing für Stellenbesetzungen zu übertragen. Hier ist in den kommenden Jahren noch zusätzliche Kreativität und Engagement gefragt. Eine Vernetzung der engagierten Kommunen in Deutschland untereinander, wie sie in jüngster Zeit verstärkt vorgenommen wird, kann hier positive Wirkungen haben. Noch erreichen die Fortbildungseinrichtungen einige Zielgruppen nicht in dem gewünschten Maße. Insbesondere Führungskräfte tun sich schwer, in diesem Thema eine Priorität zu se- hen. Hier wird es in nächster Zeit darauf ankommen, ob es gelingt, das Thema auf den Entscheiderebenen der Behörden und Ämtern strategisch zu verankern.