
46 blickpunkt personal Personalmanagementbericht 2010Personalbericht 2010 Band 2: Personalmanagementbericht 46 D.5 Interkulturelle Öffnung der hamburgischen Verwaltung als Teil des ganzheitlichen strategischen Personalmanagements Das Thema Interkulturelle Öffnung war im vergangenen Jahr erstmalig ein Schwerpunkt des Perso- nalmanagementberichts. Ausgehend von dem Handlungskonzept des Senats zur Integration von Zuwanderern27 vom 19. Dezember 2006 und dem Beitritt der hamburgischen Verwaltung zur Charta der Vielfalt28 am 10. November 2008 wurden in dem Bericht grundsätzliche Betrachtungen zur Be- deutung einer weiteren Öffnung der hamburgischen Verwaltung für Menschen mit Migrationshinter- grund vorgenommen. Angesichts der zu erwartenden demografischen Entwicklungen ist die interkul- turelle Öffnung der Verwaltung als eine dauerhafte Aufgabe der hamburgischen Verwaltung zu ver- stehen. Im Handlungskonzept wurden in der Mehrzahl Ziele und Vorhaben mit fachpolitischem Charakter beschrieben. Die Dachkampagne „Wir sind Hamburg – Bist du dabei?“ mit dem Ziel, von der Aus- gangsbasis 2006 bis zum Jahr 2011 den Anteil der Nachwuchskräfte mit Migrationshintergrund in den Ausbildungsgängen der hamburgischen Verwaltung von 5,2 % auf einen Zielwert von 20 % zu erhöhen29 , wurde dazu parallel entwickelt. Der Personalmanagementbericht 2009 hat wesentliche konzeptionelle Grundlagen für eine Veran- kerung des Themas Interkulturelle Öffnung in der hamburgischen Verwaltung gelegt. Der Bericht hat zwei Zielebenen des Interkulturellen Managements skizziert. Erstens eine organisationsinterne Perspektive, die sich auch mit der Erweiterung der Interkulturellen Kompetenz der Belegschaft be- schreiben lässt30 sowie zweitens den Umgang mit dem zu erwarteten Fachkräftemangel. Dies vor dem Hintergrund, dass die Rekrutierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Migrationshinter- grund der langfristigen Sicherung von personellen Bedarfen dient und die Nutzung vorhandener Po- tenziale erweitert. Das qualitative Potenzial der Migrantinnen und Migranten, z.B. ihre originäre Mehrsprachigkeit und ihre unterschiedlichen kulturellen Sichtweisen und Erfahrungen, sind für die Aufgabenbewältigung in der Verwaltung der hamburgischen Verwaltung nützlich und wertvoll. Dieser Ansatz wurde im Verlauf des Berichtsjahres 2009 weiter entwickelt und vor dem Hintergrund der Diskussion um die Charta der Vielfalt auf folgende Aspekte erweitert. Die Nutzung der Vielfalt 1. dient der Sicherstellung der Arbeitsfähigkeit der Verwaltung, 2. dient der Kundenorientierung, in dem es eine Anpassung der (Verwaltungs-) Produkte und Fachpolitik an die Bedarfe der Bürgerinnen und Bürger erleichtert, 3. bekräftigt die Verantwortung des Arbeitgeber und Dienstherrn FHH in seiner Vorbildfunktion und 27 mit der Bürgerschaftsdrucksache 18/05530 28 Siehe Personalmanagementbericht 2009, Seite 3 29 Dachkampagne „Wir sind Hamburg! Bist Du dabei?“, Auftrag aus der Senatsdrucksache 2006/01356 vom 17. Oktober 2006, siehe dazu auch die Internetplattform (www.hamburg.de/bist-du-dabei). 30 Sensibilisierung der Beschäftigten in Fragen der Integration, des Umgangs mit Vielfalt und im Hinblick auf angemessene Kommunikationsstrukturen, Förderung des Kontakts zu Kundinnen und Kunden unterschiedlicher kultureller Prägung, Befähigung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch bei der Entwicklung der Verwaltungsprodukte und bei der Gestal- tung der Zugangswege zur Verwaltung die Perspektive der Bürgerinnen und Bürger einzunehmen (siehe Personalmana- gementbericht 2009, S.38ff)