
44 blickpunkt personal Personalmanagementbericht 2010 Personalbericht 2010 Band 2: Personalmanagementbericht 44 Die wichtigsten Maßnahmen Die im Instrumentenkoffer vorgestellten Maßnahmen unterscheiden sich im Hinblick auf notwendige Vorarbeiten und den erwarteten Wirkungsgrad. 1. Exemplarische Maßnahmen zum Wissenstransfer Unterstützung des Wissenstransfers der ausscheidenden Mitarbeiterin/ des Mitarbeiters zur Nachfolgerin/ Nachfolger durch Interview mit der ausscheidenden Person anhand eines struk- turierten Fragebogens und Dokumentation der Ergebnisse im Rahmen einer MindMap (analog der Erfahrungen aus dem Projekt „ErWin“).26 Die Interviews werden von einer Mitarbeiterin der behördeninternen PE geführt. Mit den Interviews sollte möglichst 20 Monate vor dem Aus- scheiden der Mitarbeiterin/ des Mitarbeiters begonnen werden, damit genug Zeit bleibt, den Prozess sorgfältig zu begleiten. Der Prozess drückt gleichzeitig eine Wertschätzung gegen- über der ausscheidenden Person aus und dient auch der Auseinandersetzung mit der neuen Lebensphase. Zeitlich befristeter Werkvertrag oder Minijob für die bereits ausgeschiedene Fachkraft in Ein- zelfällen. Voraussetzung ist hier eine klare Bestimmung des Zeitrahmens und der Kostenüber- nahme durch den Fachbereich. Mit ersten Überlegungen sollte spätestens sechs Monate vor dem Ausscheiden der Mitarbeite- rin/ des Mitarbeiters begonnen werden. „Zukunftsgespräche“ mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ab 55 Jahren mit dem Ziel, die Mit- arbeiterin/ den Mitarbeiter beim Übergang in die letzte berufliche Phase zu unterstützen. Die- ser Prozess drückt Wertschätzung aus schafft gleichzeitig Planungssicherheit für die Dienst- stelle – hier besteht ein enger Zusammenhang zu Mitarbeiter-Vorgesetzten-Gesprächen (MAVG). Darüber hinaus sollen Möglichkeiten geprüft werden, ob und wie Ältere durch Arbeitsplatzan- gebote entlastet werden können, z.B. durch Wechsel des Arbeitsgebiets oder Reduzierung der Arbeitszeit, der Aufgaben oder der Verantwortung. Diese Maßnahmen könnten sich aus den Zukunftsgesprächen ergeben. Gesundheitsförderndes und demografieorientiertes Führen durch Anerkennen der Leistungs- fähigkeit Älterer durch die Führungskräfte. Sie sollen durch die PE dabei unterstützt werden und auch auf spezifische Fortbildungsangebote (z.B. auch online-Training) und Coaching hin- gewiesen werden. Darüber hinaus wurden Informationen zur Enttabuisierung des Alters im In- tranet aufbereitet. 2. Exemplarische Instrumente zur Erhöhung der Zahl qualifizierter Bewerberinnen und Bewerber auf freie Stellen des Amtes Kontaktaufnahme zu Internet-Vermittlungsbörsen für berufserfahrene Fachkräfte, die am Markt freigesetzt wurden. Motivation zur Bewerbung auf freie Stellen des Amtes. Nutzung von Ver- mittlungsagenturen und -portalen. Aufbau eines Fachkräftepools aus Initiativbewerbungen Erhöhung der Attraktivität des Arbeitgebers durch Internetpräsentationen und Herausstellen der besonderen Vorteile (z.B. Zertifizierung nach dem Audit „berufundfamilie“), Mitwirkung an der Weiterentwicklung von Berufsbildern wie dem operationstechnischen Assistenten. 26 Das Projekt wurde im Rahmen des Personalmanagementberichts 2009, S. 27 vorgestellt.