
21 blickpunkt personal Personalmanagementbericht 2010 Personalbericht 2010 Band 2: Personalmanagementbericht 21 (6) Bezirksamt Bergedorf: Nadeln gegen Stress Durch ständige Veränderungen der Organisationsstrukturen und durch den Anstieg der Anforderun- gen an jeden einzelnen Beschäftigten besteht im Bezirksamt Bergedorf – wie auch anderswo – ein großer Bedarf an berufsbegleitenden Angeboten zum Stressabbau und zur Entspannung. Die Ohr- akupunktur soll hier ansetzen. Weitere Ziele sind die unterstützende Wirkung bei Rauchentwöhnung, Schlafstörungen und anderen Beschwerden. Zielgruppe sind alle interessierten Beschäftigten des Bezirksamtes. Durchgeführt wird die Ohrakupunktur von einer Ärztin und einer Arzthelferin des Gesundheitsamtes. Die Ohrakupunktur wird bereits seit April 2007 vier Mal jährlich für jeweils acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit jeweils acht Sitzungen während der Arbeitszeit kostenlos an- geboten. Jede Sitzung dauert 45 Minuten. Die Auswertungen für die Jahre 2007 und 2008 haben durchweg positive gesundheitliche Effekte belegt. (7) Universität Hamburg: Ergonomie in der Biologie Pilotbereich für ein Ergonomie-Projekt an der Universität Hamburg war das Department Biologie. Im Biozentrum Klein Flottbek, im Botanischen Garten, dem Biozentrum Grindel und dem Zoologischen Museum wurde die Arbeitsplatzgestaltung unter dem Aspekt der Arbeitsmedizin bzw. Ergonomie genauer betrachtet. Ziel war, die Eigenverantwortung und das Selbstmanagement der Beschäftigten zu fördern. Die Konzeptionierung und Durchführung erfolgte durch den Fachbereich Bewegungs- und Trainingswissenschaften der Universität Hamburg im Auftrag der universitätsinternen Personal- entwicklung bzw. des Gesundheitsmanagements. Im Mittelpunkt standen personenbezogene „Vor- Ort-Schulungen“ zu ergonomischen Bewegungsmustern bei arbeitstypischen Handlungen, das Be- wegungsverhalten und das Gesundheitsbewusstsein am Arbeitsplatz. Entwickelt wurde ein Schu- lungskatalog zu „Ergonomie und Gesundheitsförderung“ für die entsprechenden Arbeitsplätze sowie für neue Beschäftigte an Bildschirmarbeitsplätzen. Insgesamt nahmen 140 Beschäftigte und Auszu- bildende an den Schulungen teil. Nach Abschluss dieser Phasen wurde den Beschäftigten ein Fit- nessprogramm empfohlen, welches als abgestimmtes Konzept vom Bereich Hochschulsport ange- boten wird. D.2.5. Fazit Die Berichte aus den Behörden und Ämtern zu den überdurchschnittlichen Fehlzeiten in relevanten Berufsgruppen liefern Hinweise auf die unterschiedlichen Gründe für hohe Ausfallquoten. Sie zeigen zum Beispiel, dass publikumsnahe Tätigkeiten mit schwierigen Kunden – etwa in bestimmten Kun- denzentren oder sozialpädagogischen Aufgabenfeldern – Beschäftigte stark belasten können und sie dadurch häufiger ausfallen. Sie zeigen aber auch den Einfluss organisationaler Veränderungen auf die Entwicklung von Fehlzeitenquoten – in positiver wie in negativer Hinsicht. Beispiele hierfür sind die Entwicklungen im Dienstzeitmodell der Feuerwehr und das Vorhaben des Strafvollzugs, ein gesundheitsförderliches Schichtmodell zu entwickeln. Im Vergleich mit den Vorjahren zeigen die Daten aus dem Jahr 2009 insgesamt eine steigende Fehlzeitenquote. Gleichzeitig sind weniger Behörden und Ämter wegen überdurchschnittlicher Fehl- zeiten berichtspflichtig.