
17 blickpunkt personal Personalmanagementbericht 2010 Personalbericht 2010 Band 2: Personalmanagementbericht 17 rungen im gesundheitsrelevanten Verhalten der einzelnen Beschäftigten zielt. Beispiele für diese verhaltenspräventiven Maßnahmen sind Bewegungspausen, Nichtraucherkurse, Angebote zum Er- lernen von Entspannungstechniken oder das Gesundheitscoaching. Daneben gab es im Berichtsjahr im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung in der hambur- gischen Verwaltung aber auch eine Reihe von Maßnahmen zur Verhältnisprävention. Hier stehen Strategien zur Reduzierung von Gesundheitsrisiken bzw. zur Schaffung gesundheitsfördernder oder gesundheitserhaltender Arbeitsbedingungen im Mittelpunkt. Die Verhältnisprävention betrachtet da- bei nicht nur die Ergonomie und die räumliche bzw. physikalische Umgebung, sondern nimmt zu- nehmend auch das soziale und kulturelle Miteinander am Arbeitsplatz oder die Ausgestaltung der Arbeitsorganisation in den Blick. Beispiele für verhältnispräventive Maßnahmen sind die Sensibilisie- rung von Führungskräften für Themenfelder wie gesundheitsgerechtes Führen oder Burnout, aber auch Angebote zur Teamentwicklung, Workshops zu BEM-Gesprächen oder Dienstvereinbarungen zum Konfliktmanagement. Gesundheitsförderung vor Ort Einige Gesundheitsprojekte aus den Behörden und Ämtern sollen an dieser Stelle genauer vorge- stellt werden. (1) Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB): Systematische, zielgruppenspezifische Gesundheitsförderung zum Abbau von Belastungen Die BSB verfügt über ein umfassendes Gesundheitsmanagement-Konzept, das Themen und Maß- nahmen zur Gesundheitsförderung festlegt. Ein jährlicher Themenschwerpunkt wird mit allen betei- ligten Akteurinnen und Akteuren der Gesundheitsförderung in der BSB abgestimmt und im Rahmen eines jährlichen Aktionstags umgesetzt. Der Aktionstag 2009 stand unter dem Motto „Balance in der Veränderung“. Aus der Vielzahl der gesundheitsfördernden Maßnahmen der mit mehr als 20.000 Beschäftigten größten Hamburger Behörde sollen hier exemplarisch drei Projekte vorgestellt wer- den. Maßgeschneiderte physiotherapeutische Hilfe für Lehrkräfte ist Gegenstand des Projektes „EBiS – Entspanntes Bewegen in Schulen“. Drei Physiotherapeutinnen beraten bei körperlichen Beschwer- den und bieten zielgruppenspezifische maßgeschneiderte Bewegungs- und Entspannungsmaßnah- men vor Ort in Schulen und in der Behörde an. Ziel ist zum einen die Sensibilisierung der Beschäf- tigten für die Themen Bewegung und Gesundheit, zum anderen zum anderen wird aufgezeigt, wie eine Einbindung von Angeboten in den Arbeitsalltag gestaltet werden kann. Die Führungskräfte sol- len die Notwendigkeit und den Nutzen von gesundheitsfördernden Maßnahmen für ihre Beschäftig- ten erkennen. Im vergangenen Jahr wurden an 21 Schulen insgesamt 43 Maßnahmen über jeweils zehn bis zwölf Wochen durchgeführt. Dabei stiegen die Teilnahmerzahlen kontinuierlich an. Damit die Teilnehmenden nach Ende der angeleiteten Maßnahmen die Übungen selbständig weiterma- chen können, wurden professionelle Handlungshilfen erstellt. Wenn möglich, sollen nach dem Pro- jekteinsatz Schulen selbstorganisiert Bewegungs- und Entspannungsmaßnahmen für ihre Beschäf- tigten anbieten.