
12 blickpunkt personal Personalmanagementbericht 2010 Personalbericht 2010 Band 2: Personalmanagementbericht 12 entwicklungsseminaren für Beschäftigte und Coachings für Vorgesetzte/Führungsteams. Außerdem wurde die Teilnahme am Projekt Gesundheitscoaching des Arbeitsmedizinischen Dienstes initiiert, und die Mitglieder des im Jahr 2009 eingerichteten Arbeitskreises „Psychische Gesundheit am Ar- beitsplatz“ kümmern sich um ratsuchende betroffene Beschäftigte und Fachbereiche. Aufgrund der Tatsache, dass sich in der Vergangenheit problemlösungsorientierte Einzel- fallmaßnahmen (Teammaßnahmen, Coachings, Konfliktberatung) bewährt haben, wird auch künftig hier ein Schwerpunkt der Angebote liegen, selbst wenn Auswirkungen auf die Fehlzeitenquote erst langfristig festzustellen sind. Problembelastete Bereiche werden weiterhin durch den Arbeitskreis „Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz“ angesprochen und erhalten Unterstützungsangebote – auch in Verbindung mit dem AMD. Neben den oben ausgeführten Maßnahmen zur Verhältnisprävention haben sich auch Angebote zur Verhaltensprävention7 in der Vergangenheit bewährt und sollen weiterhin zielgruppenorientiert an- geboten werden. Im Jahr 2010 sollen verstärkt Beschäftigtengruppen angesprochen werden, die bisher noch keinen Zugang zu gesundheitsfördernden Maßnahmen gefunden haben – etwa gezielte Ansprache von Beschäftigten durch Angebote wie Qi Gong für Männer, spezielles Rückentraining für sitzende Berufsgruppen, Entspannungsangebote für Beschäftigte in Bereichen mit einer hohen An- zahl von wechselnden Kundenkontakten bzw. mit schwierigen Kunden sowie Ernährungsberatung für alle Beschäftigten. (4) Bezirksamt Altona für Sozialpädagogische Fachkräfte, Bürofach-/Bürohilfskräfte und Lei- tende/Entscheidende Verwaltungsfachleute Die Sozialpädagogischen Fachkräfte (201 Beschäftigte) hatten im Jahr 2009 einen Anteil von 18,7 %, am gesamten Personalbestand des Bezirksamtes Altona; die standardisierte Fehlzeitenquo- te betrug 7,3 % (Richtwert 6,0 %). Die Fehlzeitenanalyse hat ergeben, dass auch 2009 die Fehlzeitenquote nicht in allen Einsatzberei- chen dieser Berufskategorie gleich hoch war. Die ebenfalls über dem Richtwert liegende Fehlzeiten- quote etwa des zentral beim Bezirksamt Altona angegliederten Fachamtes für Hilfen nach dem Be- treuungsgesetz beruht wesentlich auf Langzeiterkrankungen, die ca. 40 % aller Fehltage des Fach- amtes ausmachen, aber nur auf 2 % aller Erkrankungsfälle des Fachamtes zurückzuführen sind. In diesem Fachamt ist im Jahr 2009 im Vergleich zum Jahr 2008 auch der Anteil der Kurzfristerkran- kungen angestiegen. Sie lagen im Berichtsjahr bei 72 % und damit gut fünf Prozentpunkte über dem FHH-weiten Durchschnitt von 66,6 %. Eine unabhängig von der Fehlzeitenentwicklung erfolgte Prü- fung hat ergeben, dass die Fallzahlen (Betreuungsverfahren) in den letzten Jahren permanent ge- stiegen sind. Auch für das Jahr 2009 ist eine Steigerung der Auftragseingänge der Betreuungsge- richte von knapp 10 % zu verzeichnen. Dies führt zweifellos zu deutlich erhöhter Arbeitsbelastung der Sozialpädagogischen Fachkräfte, sodass ein Zusammenhang mit der Entwicklung der Fehlzei- ten nahe liegt. Möglicherweise handelt es sich um eine „Kettenreaktion“: Erhöhte Arbeitsbelastung 7 Verhaltensprävention zielt darauf ab, die Kompetenz und das gesundheitsrelevante Verhalten des Einzelnen zu stärken (siehe auch Abschnitt D.2.4.).