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Blickpunkt Personal: Personalbericht 2010 (Band 2)

101 blickpunkt personal Personalmanagementbericht 2010 Personalbericht 2010 Band 2: Personalmanagementbericht 101 plätze mit Führungsaufgaben ausreichend in Teilzeit angeboten werden. Verschiedene Behörden und Ämter haben sich dieser Situation gestellt und prüfen jede Stellenausschreibung auf ihre Teil- zeitfähigkeit (BSU, Bezirksamt Bergedorf, Bezirksamt Mitte, BWF-Hochschulamt, Justizbehörde, Personalamt, einschl. ZAF). In der BSB ist jede Stelle grundsätzlich als teilbar auszuschreiben. Im Bereich der Gerichte wurden zwei Kammern am Landgericht geteilt, um insgesamt vier teilzeitbe- schäftigten Frauen einen Vorsitz (R2) zu je 50 % zu übertragen. Die Überzeugung, dass Führungsaufgaben einen Einsatz weitgehend über die tariflich vereinbarte bzw. gesetzlich geregelte Wochenarbeitszeit hinaus und ein hohes Maß an Arbeitszeitflexibilität er- fordern, bedeutet nicht nur für Frauen ein Hindernis für eine berufliche Entwicklung mit der Vereinba- rung von Familie und Beruf, sondern ebenso für Väter. Gerade im Bereich der Führungskräfte sind weitere Anstrengungen für Mütter und Väter notwendig, um eine Balance zwischen Beruf und famili- ären Wünschen oder Verpflichtungen herzustellen. Das Personalamt hat 2008 eine Broschüre her- ausgegeben, in denen Väter aus der hamburgischen Verwaltung über ihre Arbeitszeitmodelle zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie berichten.59 2009 waren in der hamburgischen Verwaltung 669 Personen mit Führungsaufgaben in Teilzeit tätig, etwa die Hälfte davon im höheren Dienst.60 Allein im Bereich der BSB arbeiteten 226 Führungskräfte in Teilzeit, davon 197 Frauen. Ein hoher Anteil davon ist dem Lehrerbereich zuzuordnen. Die Spanne des Beschäftigungsumfangs lag zwischen 50 % und 90 % der regulären Arbeitszeit. Gerade im Bereich des höheren Dienstes betrugen die Arbeitszeiten deutlich über 50 %, so dass davon auszugehen ist, dass es sich weniger um geteilte Stellen handelt, sondern überwiegend um Führungskräfte mit verminderter Stundenzahl („reduzierte Vollzeit“). Teamführungsmodelle in Form von Tandems sind immer noch eine Ausnahmeerscheinung. Von den 17 Tandems befinden sich 7 im Lehrerbereich. Trotz einiger Beispiele findet dieses Modell des Füh- rens in Teilzeit nicht den gewünschten Anklang. Es zeichnet sich sogar eine rückläufige Entwicklung ab. Um das Modell der Führung im Tandem stärker in den Blick der Dienststellen und der Beschäftigten zu rücken, existiert eine Teilzeitbörse, die vom Personalamt betreut wird. Sie unterstützt Teilzeitbe- schäftigte bei der Suche nach Teilzeitpartnerinnen und -partnern zur gemeinsamen Bewerbung um eine Stelle. Zunächst war die Teilzeitbörse nur für den höheren allgemeinen Verwaltungsdienst kon- zipiert. Inzwischen wurde sie mit großer Resonanz auf den gehobenen allgemeinen Verwaltungs- dienst ausgeweitet. An der Börse für den höheren Dienst nehmen momentan knapp 27 Beschäftigte teil, an der für den gehobenen Dienst etwa 38. Dieser relativ große Kreis erhöht einerseits die Chance, eine geeignete Partnerin, einen geeigneten Partner zu finden, macht es andererseits aber auch schwerer sich ge- genseitig kennen zu lernen. Hier setzt das Teilzeitkräfte-Netzwerk an, das aus der Teilzeitbörse ent- standen ist. Im Rahmen des Netzwerkes finden regelmäßig Veranstaltungen statt zu Themen wie 59 Vereinbarkeit von Beruf und Familie – Beispiele von Vätern aus der hamburgischen Verwaltung, Hamburg August 2008, http://www.fhhintranet.stadt.hamburg.de/FHHintranet/Behoerden/PA/stammdaten/download-dateien/konzepte-berichte- publikationen/broschuere-vereinbarkeit-beruf-familie.pdf 60 Da die Erhebung zu Führungskräften in der hamburgischen Verwaltung erstmals durchgeführt wurde, ist ein zeitlicher Vergleich nicht möglich.