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Blickpunkt Personal: Personalbericht 2010 (Band 1)

88 blickpunkt personal Personalstrukturbericht 2010 Personalbericht 2010 Band 1: Personalstrukturbericht 84 C.5.5 Bewertung des Krankenstandes im Vergleich In der öffentlichen Diskussion wird der Krankenstand der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes häufig als besonders hoch eingeschätzt. Ein Vergleich zum Beispiel mit Daten der Krankenkassen ist aufgrund von Unterschieden in Erhebung und Berechnung sowie hinsichtlich des betrachteten Personenkreises allerdings problematisch. Um aber dennoch eine Vergleichsbasis zu finden, wer- den seit dem Personalbericht 2006 weitere Kennzahlen für die hamburgische Verwaltung erhoben. Da die Krankenkassen in ihren Gesundheitsreports Kalendertage zählen und Kurzzeiterkrankungen nicht vollständig erfassen, sind folgende Kennzahlen der hamburgischen Verwaltung sowohl • nach Arbeitstagen als auch • nach Kalendertagen ausgewiesen. • Sie berücksichtigen darüber hinaus auch nur die Fehlzeiten, die eine Dauer von 3 Kalender- tagen überschreiten. Erweiterte Fehlzeitenkennzahlen: Arbeitstage Kalendertage über 3 Kalendertage 2007 2008 2009 2007 2008 2009 2007 2008 2009 Durchschn. Falldauer (Tage je Krankheitsfall) 6,2 6,2 6,1 8,1 8,1 8,0 19,7 20,2 19,7 Durchschn. Fallhäufigkeit (Fälle je Erkranktem) 3,7 3,8 3,9 3,8 3,8 4,0 2,0 1,9 2,0 Durchschn. Ausfalldauer (Tage je Erkranktem) 23,1 23,6 23,9 30,7 31,3 31,7 38,7 39,3 39,2 Durchschn. Ausfallumfang (Tage je Beschäftig- tem) 18,3 19,4 19,9 24,4 25,8 26,5 21,4 22,6 23,2 Durchschn. Ausfallhäufigkeit (Fälle je Beschäf- tigtem) 2,9 3,1 3,3 3,0 3,2 3,3 1,1 1,1 1,2 Betroffenenquote (Beschäftigte mit Erkrankun- gen in % der Beschäftigten) 79,1 82,2 83,2 79,3 82,4 83,4 55,2 57,4 59,0 Fehlzeitenquote (unbereinigt in %) 7,3 7,7 7,9 6,7 7,1 7,3 5,9 6,2 6,3 Tabelle C.5-3: Erweiterte Fehlzeitenkennzahlen Die Betroffenenquoten und Fehlzeitenquoten sinken deutlich, wenn sie in Kalendertagen und ohne die Kurzzeiterkrankungen bis zu drei Kalendertagen berechnet werden. Unter Berücksichtigung die- ser Berechnungsweise nähern sich die Ergebnisse an die veröffentlichten Krankheitskennzahlen der Krankenkassen an. So beträgt beispielsweise die Betroffenenquote der Versicherten der AOK im Jahr 2008 52,9 %47 - die Betroffenenquote der hamburgischen Verwaltung beträgt bei ähnlicher Be- rechnung statt 82,2 % 57,4 %. Trotz der Annäherung an die Ergebnisse der Gesundheitsreports der Krankenkassen durch Erhe- bung der o.g. Kennziffern verbleiben Unterschiede in der Fehlzeitenerhebung und der Berechnung von Kennzahlen zu der Methodik von Berichten auch anderer Institutionen. Um diese zu ermitteln, wurde die zugrundeliegende Methodik von Veröffentlichungen öffentlicher Verwaltungen und von Krankenversicherungen betrachtet, wenn diese Differenzierungen nach Bundesländern oder Städten oder Wirtschaftszweigen aufwiesen. Einbezogen wurden die oben genannte spezielle Auswertung von Arbeitsunfähigkeitsmeldungen der AOK, Publikationen der gesetzlichen Krankenversicherung, 47 Vgl. K. Macco, J. Schmidt: Krankheitsbedingte Fehlzeiten in der deutschen Wirtschaft im Jahr 2008, S 280; in: B. Badura et al. (Hrsg.): Fehlzeiten-Report 2009; Springer-Medizin Verlag Berlin Heidelberg 2010.