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harburg

Das Harburger Rathaus Historie – damals und heute ZuerstinderSchloßstraße,dannamSand–undseit120Jahren steht das Harburger Rathaus an seinem jetzigen Standort. 120 Jahre sind ein langer Zeitraum, doch das heutige Rathaus in der Harburger Innenstadt hat hinsichtlich seiner Historie noch viel weitreichendere und tiefgründigere Wurzeln, als es viele Harburgerinnen und Harburger zu glauben vermögen, denn es steht bereits an seinem dritten Standort. Das Harburger Rathaus erlebte im Verlauf seiner Geschichte durch viele Jahrhunderte Höhen und Tiefen. Auch viele Gäs- te und Bürger der Stadt interessieren sich immer wieder für die Geschichte dieses Gebäudes. In der Schloßstraße stand es, das erste Harburger Rathaus – damals auch als Ratskeller bekannt. Schon in diesem Ge- bäude, welches vor dem 14. Jahrhundert erbaut wurde, als Lüneburg noch die Pfandherrschaft Harburgs innehatte, hat man über Wohl und Schicksal der Gemeinde Harburg beraten und bestimmt. Im Jahre 1536 ist es durch ein großes Feuer vernichtet und in kleinem und schlichtem Stil neu errichtet worden. Etwa 200 Jahre später baute man das Gebäude noch einmal vollständig um und nutzte es von diesem Zeitpunkt an überwiegend als Ratskeller. Dieser war eine gute Einnahme- quelle für Harburg, bevor das Bauwerk letztendlich im Zweiten Weltkrieg bis auf das Sandsteinportal, welches heute eine Außenwand des Helms-Museums bildet, komplett zerstört wurde. Der Bau des „zweiten Harburger Rathauses“, das sogenann- te „Stadthaus“, am Sand im Jahr 1830 ersetzte das „erste Harburger Rathaus“ in der Schloßstraße. Die damit entste- hende Stadtkernverlagerung Richtung Süden hatte begonnen. Im Zuge der Industrialisierung und des sich auch in Harburg abzeichnenden Bevölkerungszuwachses ab 1850 wurde das „Stadthaus“ für die Erledigung der gemeindlichen Aufgaben schnell zu klein. Daher schrieb man im Mai 1888 einen Archi- tektenwettbewerb zur „Erlangung von Entwürfen für ein Rat- hausgebäude zu Harburg an der Elbe“ aus. Als Standort wur- de der „Bassinplatz“ gewählt, an dem 1889 die Bauarbeiten nach dem Konzept des Architekten Christoph Hehl, dessen Ausarbeitung zur besten erklärt wurde, begannen. Von der Grundsteinlegung bis zur vollständigen Übernahme desGebäudesdurchdiestädtischenMitarbeiterundBehörden vergingen 33 Monate. Die Kostenvorgabe von 300.000 DM konnte, obwohl Teile der Innenausstattung wie beispielswei- se das Treppengeländer und die Tür zum großen Saal durch Spenden von Harburger Unternehmern und Kaufleuten finan- ziert wurden, nicht eingehalten werden. Im Oktober 1892 fand die Einweihung mit Festprogramm, Rat- hausbesichtigung sowie Feuerwerk durch den damaligen Oberbürgermeister Julius Ludowieg zusammen mit dem aus- führenden Architekten Hehl statt. Im März 1933 besetzten SS und SA das Harburger Rathaus. Der Protest und Widerstand des Oberbürgermeisters und der Senatoren war vergeblich. Im Oktober des gleichen Jahres wurde mit einem Mahnmal auf dem Rathausplatz die Bevöl- kerung auf einen Bombenkrieg vorbereitet. Durch den Erlass des „Groß-Hamburg-Gesetzes“ 1937 verlor Harburg seine 650-jährige Eigenständigkeit und ist seitdem ein Teil der Ein- heitsgemeinde Hamburg. Somit veränderten sich auch im HarburgerRathausAufgaben,ZuständigkeitenundStrukturen. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zerstörten Bomben den Mittelteil und Südflügel, das Dachgeschoss brannte völlig ab und der Uhrturm stürzte zusammen. Ein Jahr nach Kriegsende begann der fast siebenjährige leicht veränderte Wiederaufbau der beiden Teile. Harburger Rathaus 4 © J. Cramm