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harburg

Umwelthauptstadt Am 23. Februar 2009 hat die EU-Kommission in Brüssel Ham- burg den Titel „European Green Capital 2011“ – „Umwelt- hauptstadt Europas 2011“ verliehen. Nach Stockholm im Jahr 2010 darf nun Hamburg als zweite Stadt diesen Titel für die Dauer eines Jahres tragen. Ausgezeichnet werden Städte, die gewisse Standards erfüllen und auf dem Gebiet des Umwelt- schutzes ehrgeizige Ziele verfolgen. Mit dem Ausbau des Nahverkehrs, dem Klimaschutzkonzept, der Förderung erneuerbarer Energien und Projekten wie dem „Sprung über die Elbe“ hat sich Hamburg gegen 35 Städte durchgesetzt. Die Bewerbungen wurden von einem Experten- gremium nach fachlichen Kriterien und zehn Umweltindikato- ren bewertet. Neben dem Zug der Ideen, dem Infopavillon und den von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) organisierten Veranstaltungen leistet Harburg als einziger der sieben Hamburger Bezirke seine eigenen Beiträge zur Um- welthauptstadt 2011 und hat hierfür im Bezirksamt eine Ar- beitsgruppe eingerichtet. Mit finanziellen Mitteln von 50.000 Euro aus der Bezirksversammlung Harburg ist das Umwelt- hauptstadtjahr eine große Chance für Harburg. Konkret sind im Laufe des Jahres 2011 ca. 30 Veranstaltungen in Harburg geplant. Der Bezirk präsentiert sich mit unter- schiedlichsten Aktionen, die von Fahrradtouren über Vorträge und Informationsveranstaltungen bis hin zu Exkursionen rei- chen. Ziel ist es, gemeinsam Veränderungen anzupacken und die ökologische Wahrnehmung aller Bürgerinnen und Bürger zu fördern. Weitere Informationen unter: http://www.hamburg.de/umwelt­hauptstadt-start oder http://umwelthauptstadt.hamburg.de Naturschutzgebiete im Bezirk Harburg Auf dem Gebiet des Bezirks Harburg befinden sich die Natur- schutzgebiete „Fischbeker Heide“, „Moorgürtel” und der südliche Bereich der „Finkenwerder Süderelbe”. Fischbeker Heide Das in den Gemarkungen Fischbek und Neugraben am südli- chen Rand des Elbe-Urstrom-Tales in einer Endmoränenland- schaft gelegene 773 Hektar große Gebiet wurde im Jahr 1992 zum Naturschutzgebiet erklärt. Weite Heideflächen, die sich im Spätsommer zu lilafarbenen Blütenteppichen verwandeln, Trockenrasen, Quellmoore, na- türliche Laub- und Krattwälder – Relikte ehemaliger Nieder- waldwirtschaft – bieten mehr als 2.000 Kleintier- und unzäh- ligen Pflanzenarten unverzichtbare Lebensgrundlagen. In den trockenen Heideflächen wachsen neben der Calluna-Heide (aufgrund ihrer früheren Verwendung auch Besenheide ge- nannt) Rosmarinheide, Ginster, Krähen- und Moosbeere und die Bärentraube. Auf Feuchtheide und Moorflächen finden sich Glockenheide, Sonnentau, Ährenlilie und das weiße Schnabelried, im Quellmoor der Galgenstrauch und der Lun- genenzian. In einem zum Naturschutz-Informationshaus umgebauten Schafstall im Fischbeker Heideweg 43 findet sich alles Wis- senswerte über die Fischbeker Heide, es werden auch Veran- staltungen und Führungen angeboten. Moorgürtel Dieses 2001 unter Schutz gestellte Naturschutzgebiet, wel- ches das Nincoper Moor und das Francoper Moor mitein- schließt, liegt in der Süderelbmarsch im Alten Land zwischen Neugraben-Fischbek und Neu Wulmstorf. Ursprünglich ein großflächiges Randmoor des Elbe-Urstromtals ist es heute ein überwiegend extensiv genutztes Grünland mit feuchtgrün- digen Wiesen und Weiden. Das Mosaik aus landwirtschaftlich genutztem Grünland, Brach- und Ruderalflächen, Hochmoor und Übergangsmoorbereichen, Feuchtgebüschen und Moor- birkenwäldern bietet zahlreichen seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten wertvolle Rückzugsgebiete. HierwachsendieKuckuckslichtnelke,dasBreitblättrigeKnaben­ kraut, der Klappertopf, der Gagelstrauch und der Königsfarn, eine seltene, sehr alte Reliktpflanze aus dem Karbonzeitalter. Unter den Tieren finden sich viele der gefährdeten Feuchtge- bietsarten, z. B. Amphibien, Libellen, Bekassinen, Sumpfrohr- sänger, Schwarzkehlchen und der Wachtelkönig, der in der gesamten EU vom Aussterben bedroht ist. Finkenwerder Süderelbe 1997 wurden die in den Gemarkungen Hasselwerder, Finken- werder-Süd und Francop gelegenen Flächen der Alten Süde- relbe und des Mühlensandes zum Naturschutzgebiet erklärt. Die Alte Süderelbe ist ein ehemaliger Seitenarm der Stromel- be, der nach der Abtrennung vom Hauptstrom zu einem buch- tenreichen Stillgewässer geworden ist. Breite Röhrichtgürtel und Hochstaudensäume begleiten den von Prielen und Rinnen durchzogenen Nordrand des ehemaligen Elb-Seitenarmes. Neben dem stark gefährdeten Fluss-Greiskraut, einer typi- schen Begleitart der Unterläufe großer Ströme, gibt es hier Eisvögel, Fischadler, Rohrweihen und Knäkenten. Im benach- barten Schlickfall-Wald, einem naturnahen Feuchtwald, leben PirolundBeutelmeise.UnterdenAmphibienhatderSeefrosch, ein typischer Bewohner der Flussauen, hier sein größtes Vor- kommen in Hamburg. 43 Stadtgrün, Umwelt- und Naturschutz „Die zahlreichen Grünflächen und Parks wie der weitläufige Harburger Stadtpark, die idyllischen Naturschutzgebiete Moorgürtel und Fischbeker Heide sowie die naturnah bewirtschafteten Forsten Eißendorf und Hausbruch machen den Bezirk Harburg einzigartig. Sie bieten Rückzugsraum und Ausgleich zum stressigen Stadtleben – nicht nur für Harburger.“ Jutta Blankau, Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt © guedo/www.pixelio.de © Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU)