
Entwicklung Harburger Binnenhafen und Schloßinsel Der Harburger Binnenhafen erfreut sich seit einigen Jahren einer Renaissance. Das maritime Flair verbunden mit moderner Architektur sowie die Erhaltung und behutsame Erneuerung von historischen Gebäuden und Anlagen verleihen ihm eine besondere Ausstrahlung. Seit Anfang der 90er-Jahre haben sich infolge des Einzugs der Technischen Universität Hamburg-Harburg, der Gründung des städtischen Mikroelektronik-Anwendungszentrum Hamburg sowie der Sanierungsmaßnahmen mutiger Investoren im Channel Hamburg zahlreiche junge Unternehmen der Hoch- technologiebranche angesiedelt. So wandelte sich das ehe- malige, teilweise brachliegende Industriegelände im Binnen- hafen in ein modernes Dienstleistungszentrum mit mehreren Tausend neuen Arbeitsplätzen, vor allem in den Bereichen IT, Dienstleistungen sowie Logistik. Im Zuge der wirtschaftlichen Entwicklung schreitet auch die städtebauliche Erschließung des Binnenhafens weiter voran. Auf dem rund 90.000 m2 großen Gelände des ehemaligen Gü- terbahnhofs entstehen mehrere Hundert Wohnungen, Büro- flächen, ein Studentenwohnheim sowie ein Hotel und unter- mauern die bereits begonnene Umwandlung des Areals in ein Wohnquartier. Mit dem zum Festplatz umgebauten Kanalplatz steht den Harburgerinnen und Harburgern zudem zukünftig ein Ort für besondere Veranstaltungen vor einer beeindru- ckenden Hafenkulisse zur Verfügung. Bis zur Internationalen Bauausstellung (IBA) 2013 wird der Kanalplatz darüber hinaus durch eine bewegliche, solarbetriebene Fußgängerbrücke über den Lotsekanal mit der Harburger Schloßinsel verbunden sein. Die Harburger Schloßinsel ist der südliche Trittstein des „Sprunges über die Elbe“ und hierbei das herausragende Ent- wicklungsgebiet mit großen Potenzialen. Gleichzeitig gilt die Insel mit dem Harburger Schloß auch als Keimzelle Har- burgs. Das Harburger Schloß wurde als Horeburg, Bezeichnung für Sumpfburg,erstmalsimJahr1137erwähnt.Eswareinzigdurch einen Damm mit der Geest verbunden. Entlang dieses Dammes – der heutigen Harburger Schloßstraße – entwickelte sich die Siedlung, aus der später Harburg wurde. Nachdem das Schloß durch Napoleons Truppen 1813 schwer beschädigt wurde, diente es später als Gefängnis und Amtsgericht, bevor es im Jahr 1897 in Privatbesitz gelangte und als Verwaltungsgebäu- de und Wohnhaus genutzt wurde. Der bis heute erhaltene Westflügel steht unter Denkmalschutz. Am 1. Januar 2011 wurde der Harburger Binnenhafen mit der Schloßinsel aus der Verantwortung der Hafenbehörde entlas- sen. Dies bedeutete nicht nur eine Vergrößerung des Bezirks Harburg um rund 60 Hektar, sondern auch den Startschuss für die Entwicklung eines neuen Wohnquartiers im Hamburger Süden. Im Rahmen verschiedener Projekte der IBA entsteht auf der Schloßinsel eine attraktive Mischung aus Büros, Gewerbe und bis zu 200 Wohneinheiten: dicht am Wasser und im Grünen und gleichzeitig citynah gelegen. Zusätzlich wird die Stadt in den nächsten Jahren für die Gestaltung von Plätzen, Straßen und Parkanlagen auf der Schloßinsel rund 40 Millionen Euro investieren. Ziel ist es, im Binnenhafen mit neuen Arbeitsorten und Wohnräumen neben Freizeitflächen und Kulturangeboten für alle Harburger Bürgerinnen und Bürger ein lebendiges Quartier entstehen zu lassen. 35 Hafen, Wirtschaft, Technologie „Der Maler Paul Gauguin hatte sein Tahiti und die Südsee, ich hab’ den Harburger Hafen mit seinen Kränen und Stahlschweißern und rostigen Flussdampfern!“ Gunter Gabriel, Sänger und Künstler Binnenhafen © M. Harmuth © Hinnerk Rümenapf © Hinnerk Rümenapf © Grassl/Winking Froh Architekten © www.bildarchiv-hamburg.de