
6 / 7 Die Unterzeichnung eines Freundschafts- und Handelsvertrag durch Vertre- ter des neugegründeten Meiji-Staats und Preußens 1861 im japanischen Edo steht in einer Reihe von Ereignissen, die Japans Aufbruch symbolisieren: heraus aus der Abgeschiedenheit der Shogunats-Zeit, hinein in die interna- tionale Staatengemeinschaft. Anlässlich des Jubiläums stellt diese Vorlesungsreihe Japans Modernisie- rungsprozesse in den Mittelpunkt. Markante historische Entwicklungsschrit- te Japans finden dabei ebenso Berücksichtigung wie ausgewählte Themen des Zeitgeschehens. Leitfrage der Vorlesungsreihe ist: Welche Charakteris- tika machen einen „modernen Staat“ aus und wie vollzog/vollzieht Japan diesen Entwicklungsweg? 19. Mai 2011 Lesung der japanischsprachigen Autorin Yû Miri aus Goldrush (Japanisch-Deutsch) Veranstalter: Asien-Afrika-Institut Prof. Dr. Jörg B. Quenzer Tel. 040/4 28 38 72 03 · Fax 040/4 28 38 62 00 joerg.quenzer@uni-hamburg.de Asien-Afrika-Institut · Edmund-Siemers-Allee 1 · 20146 Hamburg Flügel Ost · Raum 221 Die Veranstaltung ist kostenfrei und steht allen Interessierten offen. Donnerstag, 19. Mai 2011, 19–21 Uhr Weitere Informationen zur Lesung und zur Autorin finden sich auf der Homepage der Abteilung www.aai.uni-hamburg.de/japan/Aktuell.html Die Autorin Yû Miri schildert in ihrem preisge- krönten Roman Goldrush (1998) die Abgründe jugendlicher Gewalt am Beispiel eines Jun- gen, der seinen Vater tötet und anschlie- ßend versucht, dessen Spielhallenge- schäft zu übernehmen. Dabei werden die seelischen Bedingungen einer Ge- neration deutlich, wie sie in jüngerer Zeit nicht nur in Japan zu beobachten ist, dort aber vielleicht noch stärker als andernorts die Brüche und Konflikte innerhalb einer modernen Gesellschaft erkennen lässt. Yû Miri (1968*), Autorin mit koreanischem Familienhintergrund, gebürtig aus Yokoha- ma, war nach dem Abbruch der Schule zu- nächst als Schauspielerin aktiv, bevor sie 1988 als Schriftstellerin debütierte. Sie erhielt 1997 den bedeutenden Akutagawa-Literaturpreis. Foto: Tomoharu Murakami